Ich komme am Sonntag Abend in Puerto Natales an, wo es stark windet und regnet – ein kleiner Vorgeschmack wie es im tiefen Patagonien auch noch sein kann😉 Puerto Natales ist der Ausgangspunkt für Ausflüge in den Torres del Paine Nationalpark. Am Montag gehe ich mit den ersten Leuten, die ich im Hostel El Patagonico (cooles Hostel💪) kennengelernt habe, auf Einkaufstour. Ich habe zwar schon relativ viel Essen in Punta Arenas eingekauft, da ich gehört hatte, dass das Sortiment in Puerto Natales eingeschränkt und teurer sein würde – nichts traf zu, also wär in Puerto Natales einkaufen definitiv einfachen gewesen✌️ Ich finde sogar Peanut Butter (😍), haufenweise getrocknete Früchte und Nüsse! Zudem kaufe ich mir noch ein Longsleeve zum Wandern, Handschuhe, einen Regenüberzug für meinen Rucksack, zwei Paar Merino Socken, dass es ein bizeli weniger stinkt unterwegs (😂🙈) und miete Wanderstöcke.



Am nächsten Morgen geht’s um 6:40 auf den Bus in den Torres del Paine. Ich mache mich zusammen mit Harry, Ben und Dan (alle aus England) auf den Weg um die erste Etappe zu meistern. Wir geniessen das super Wetter und treffen auf dem Weg unter anderen, Yep und Maria aus Holland – zwei 60ig jährige, 4-fache Eltern, die zuvor die Carretera Austral mit dem Fahrrad in einem Monat zurückgelegt haben – ich bin begeistert, sehr inspirierende Leute!🚀
Im Camp Serón angekommen, checken wir (wie man das in jedem Camp machen muss – zum Teil auch doppelt und dreifach) ein. Es herrscht starken Wind und ich mache mir etwas Sorgen um mein Zelt – doch es hält zum Glück Stand💪Am nächsten Morgen stehen wir bei Regen auf. Ich mache mich mit Harry auf den Weg – Dan und Ben laufen ihr Tempo, da es für Dan die erste längere Wanderung ist. Es regnet nur einmal an diesem Tag – ich bin froh um meine Regenhosen (die ich mehr Vorsichtshalber mal eingepackt hatte😅), meine Gore-Tex Wanderschuhe, meine Regenjacke und meinen Rucksacküberzug!🙌 Wir machen den ganzen Tag fast keine Pausen, da man sich nirgends wirklich setzen kann bei dem Wetter. Im Camp Dickson angekommen, probieren wir und ganz viele andere, Schuhe und Kleider zu trocknen. Die Infrastruktur ist im Vergleich zu den Campingsplätzen, die ich bis jetzt aus Patagonien kannte, sehr gut: es gibt WCs, Duschen und einen Kochraum. Man muss sich also nicht permanent im Zelt aufhalten und kann wie erwähnt, probieren, seine Sachen zu trocknen – was aber nahezu unmöglich ist, ausser das Wetter macht mit und man kann die Sachen draussen trocknen.
Am nächsten Tag geht’s los zum Camping Los Perros. Harry und ich treffen Foster und Cheryll (zwei super coole Amis aus Salt Lake City, mit viel Backpacking Erfahrung) und sind fortan mit ihnen zu viert unterwegs. Die Wanderung ist relativ kurz, wir erreichen das nächste Camp nach etwa 3.5 Stunden und können uns früh ausruhen – der nächste Tag soll der strengste sein, er führt über den John Garner Pass zum Camping Grey und wird mit 10 Stunden Länge eingestuft.
Wir stehen früh auf, sodass wir um 6:00 aus dem Camp loslaufen können. Es geht steil hoch auf den Pass. Bald sind wir alleine unterwegs, es beginnt stark zu winden und zu schneien – Patagonien live🤙😉 Wir kommen gut vorwärts und sind bereits nach 2 Stunden Gehzeit auf dem Pass – meine Handschuhe weisen sich als 1a Investition aus!😍 Wir sehen nun auf den Glacier Grey – ein riesiges Eismeer! Der starke Wind (man kann gut dagegenlehnen und hat Mühe sich geradeaus fortzubewegen) vorunmöglicht uns einen Halt auf dem Pass. Wir gehen also weiter dem Gletscher entlang über das Refugio Paso (das wegen Corona geschlossen ist) bis zum Refugio Grey, welches wir nach 6:15 Marschzeit erreichen. Ziemlich viel weniger als angegeben – aber uns soll’s egal sein😉
Am Folgetag geht’s zum Refugio Paine Grande über eine mit 11km und wenigen Höhenmetern relativ kurze Etappe. Harry verabschiedet sich, da er beim Buchen ein Camp ausgelassen hat und gleich zum nächsten muss. Die zwei Amis und ich gehen noch zum wunderschönen Aussichtspunkt namens Mirador Pehue.Am Samstag steht die Etappe zum Camping Frances an, mit Abstecher zum Mirador Britanico – was für ein Panorama! Wir wandern zuerst zum Camp, um dort unser Zelt aufzustellen und die Sachen zu deponieren. Die Sonne mit den Wolken lässt die Landschaft märchenhaft aussehen – wie schön! Danach wandern wir mit leichtem Rucksack zum Mirador hoch und verpflegen uns dort bei warmen Temperaturen und bester Kulisse. Die Aussicht ist atemberaubend🤩
Am Folgetag wollen wir um 7:00 los, denn ich muss zum Camp Central und möchte zuvor noch zu den Torres hochgehen (insgesamt etwas mehr als 30km und 1’700hm). Lindon und Ben (beide England) machen sich mit uns dreien auf den Weg – wir erleben eine phantastische Morgenstimmung😍. Bald aber verzieht sich die Sonne und eine Wolkendecke macht sich breit. Wir verabschieden Cheryll zu und Foster, da sie die Torres bereits am Tag vor der O-Tour bestaunt hatten. Wir machen uns also zu dritt auf den Weg zum Mirador. Auf dem Weg beginnt tatsächlich die Sonne zu scheinen und als wir oben angekommen sind, finden wir perfektes Wetter vor. Ich weiss nicht, wie wir uns das verdient haben, aber das Wetterglück für die beiden Viewpoints bei Britanico und Torres del Paine war unglaublich😇😍 Bei den Torres ist die Aussicht wiederum unfassbar schön und extrem imposant! Nachdem wir 2 Stunden am Aussichtspunkt genossen haben, geht’s mit vielen anderen Menschen wieder ins Canp Chileno runter, wo Ben und Lindon übernachten. Ich wandere nach bis ins Tal runter ins Camp Central, wo ich meine letzte Nacht im Nationalpark verbringe und ausschlafen werde💪 Eigentlich wäre geplant, am zweitletzten Tag nur zu diesem Camp zu laufen und am 8. und letzten Tag dann zu den Torres zu gehen. Die Wetterprognose sagt aber Regen voraus, weshalb wir uns für einen strengen 7. anstatt einem 8. Tag entschieden haben.
Was nehme ich mit
- zum Glück habe ich meine Wanderschuhe dabei
- Couscous und Härdöpfelstock sind super zum mitnehmen, Bouillon ist auch mega! Nächstes Mal nehme ich noch Tortilla Brot mi💪
- ich esse immer mehr als ich denke😅
- wir haben mit Schnee, Wind, Regen und Sonne so ziemlich alle Wetterextreme mal erlebt
- der O-Track ist mega zu empfehlen! – und wäre ein perfekter Ersatz für die RS in der Schweiz😜😉
- ich habe das Gefühl, Patagonien nun wirklich erlebt zu haben
- das Wetter ist und bleibt unglaublich😍
- mein Schlafsack ist ein bizeli kalt – zum Glück verkauf ich den wieder😉
- die Chilenen sind besser für Wanderungen ausgerüstet als die Argentinien🤙
- ich bin froh, keine Decathlon Produkte in meiner Ausrüstung zu haben (Quequa und Forclaz sind zwei Marken von Decathlon, die man überall sieht hier – mein Stöckli-Herz hat sehr wenig Freude, die Kinder in Asien wahrscheinlich auch nicht…)
- ich habe viele gute Menschen getroffen🙌
- T-45 bis d Michelle uf Bsuech chunt🚀❤️
What’s next
Ich freue mich auf die Navimag Fähre, die am 9. März am Morgen früh um 8:00 losgeht. Vier Tage Erholung und wunderschöne Patagonische Landschaften!😍
Hasta luego🤙








































Das tönt alles fantastisch und gseht au so us! Geil wies machsch! Gnüss die Ziit wiiterhin🙌